Heute wollte ich mal wieder etwas schreiben. Mache ich jetzt auch. Nur eben etwas später als gewünscht. Meine süßen Mäuse wollten mir heute tagsüber keine Ruhe lassen. Vor zwei Wochen am Sonntag wollte ich auch etwas schreiben. Das habe ich auch gemacht. AAAAABER: Wer es bei Facebook nicht gelesen hat – ich habe mein Handy verloren und auch noch meinen fertigen Beitrag. Der 20.08.17 gehörte also nicht unbedingt zu meinen Glückstagen, doch versuche ich schon immer, aus solchen Ereignissen was Tolles zu schaffen!

Der verloren gegangene Beitrag sollte vom Ancient Trance Festival in Taucha handeln. Dort war ich mit unseren beiden Kids. Das ganze Wochenende vom 11.-13.8.17 und natürlich auch mit Zelt. Ohne Begleitperson. Man gönnt sich ja sonst nichts, mit einer zwei Jährigen und einem zehn Wochen alten Baby. Lach. Verrückt. Mutig und absolut heilsam.

Ich hatte bereits eine Seite und ein paar Zeilen über dieses Abenteuer geschrieben und am 20.8. dann noch zwei weitere Seiten. Der Beitrag hatte eine gute Länge und ich war ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Der kleine Lee hing an mir dran, schlafend in der Trage und schlief länger als sonst am Stück. Leila schlief im Bett. Diese rief mich dann, als sie munter wurde und ich hatte kaum noch Akku am Laptop und dachte mir beim Aus-dem-Zimmer-gehen: „Auto save, wird schon passen.“ Nix da. Der Rechner war abgeschmiert und mein neuer Beitrag auch mit ihm. „Never trust autosave“ sagte unser Freund Pascal, der mir im Übrigen auch mit WordPress und seinen Schwierigkeiten hilft. KLICK MICH

Naja, dann habe ich mich kurz geärgert. Doch bereits als Kind habe ich gelernt, dass das nichts bringt. Ich war vielleicht acht Jahre alt und habe ein Bild gemalt. In unserem Garten. Und dann ist mir ein Glas Wasser darüber gelaufen… Futsch war’s. Hab es dann neu gemalt und stellte fest: Das zweite Bild gefiel mir dann gleich viel besser. Also. Same, same but different.

 

 

Mein Handy habe ich übrigens draußen verloren oder es wurde geklaut. Wir haben eine Traumwohnung, die Lage ist nur etwas aufregend, so direkt am Rabet in Leipzig.

Vor genau zwei Jahren habe ich auch kein Handy gehabt. Das war für drei Wochen zur Reparatur. Da war Leila so alt wie Lee jetzt. Ich genieße es jetzt auch wieder sehr. Ich liebe die sozialen Medien. Genauso ist eine Smartphone-SocialMedia-Weg-Kur unglaublich erholsam. Ich bin soooo viel mehr im Leben. Wenn man so ein kleines Baby hat und dazu noch eine zwei Jahre alte große Schwester… Dann sollte sowieso keine Zeit für ein Smartphone in ständiger Reichweite sein, oder? Doch. Es war immer da. Immer. Bei Leila habe ich mir damals schon geschworen, dass ich beim Stillen bei ihr bin. Ausschließlich bei ihr. Kein Handy in der Hand habe. Naja. Das war dann irgendwie anders. Klar, sie hat ja auch immer so lange getrunken. Hmmm… Merkt ihr was? Ich bin ein Opfer dieser Technisierung. Wie so viele Menschen auf der Welt.

In welchem Moment mache ich immer ein Foto? Ein Video? Ehrlich, kann ich die überhaupt alle ansehen? Wie oft scrolle ich bei Instagram die Bilder auf der Startseite durch, füge Beiträge zur Story hinzu, die auch noch nach 24 Stunden verschwinden…. Bei Whatsapp auch. Ständig checke ich meine Mails, die trotz regelmäßigen Abspeckens so häufig aus Werbung bestehen. Konsum. Wo das Auge reicht. Oh je. Ich möchte meinen Kids doch andere Werte vermitteln.

Das Leben ohne Smartphone ist wie das Leben ohne TV. Seit über zehn Jahren schaue ich kein Fernsehen mehr. Vor meinem Facebook Verschwinden im Januar 2015, verbrachte ich auch unglaublich viel Zeit da. Meine Wiederkehr zu Facebook war nach zwei Jahren Pause. Es ist doch eine sehr gute Vermarktungsplattform für mich und meine Kontakte von Reisen und besonders die aus meiner Australien-Zeit kann ich da am besten pflegen.

 

 

Ohne Smartphone oder überhaupt Telefon (und das auch mit zwei kleinen Kindern und einer bewussten Entscheidung, ich wollte ganz ohne Mobiltelefon sein.): Mir fehlt nichts! Bei TV und Facebook habe ich mich dann auch gewundert, woher ich vorher die Zeit dafür genommen habe! Auf einmal ist mehr Zeit für das echte Leben da. Ich merke doch kaum einen Unterschied. Wie habe ich denn davor gelebt? Wenn mir jetzt gefühlt ständig Leute vors Auto laufen oder in den Kinderwagen, weil sie so in ihr Display vertieft sind… Oder ich beim Sprechen mit meinen Freunden bemerke, dass sie verdammt viel ins Telefon glotzen, obwohl wir uns gerade unterhalten. Hach ja, ich bin wohl auch so.

Ich möchte bald anfangen Youtube Videos zu machen. Ohne Smartphone erst einmal nicht möglich. Das Leben wollte mir also etwas zeigen. Mein Fokus ist erst einmal ausschließlich im Hier und Jetzt. Und zwar ohne Bits und Bytes und www.

Da ich momentan ausschließlich via Facebook Messenger und Email am Rechner Kontakt zur Außenwelt halte sind gemachte Verabredungen viel verbindlicher und ich kann nicht noch zig mal kommentieren, dass es ein paar Minuten später wird oder dass ich gerade noch auf Toilette sitze oder Ähnliches.

 

Wollt ihr den Beitrag zum Ancient Trance mit zwei Kids noch lesen? Dann würde ich da noch einmal bisschen tippen.

 

Danke fürs Lesen und ich freue mich auf Kommentare und Denkanstöße.

 

Euer Sonntagskind.

 

Fanny

 

PS Da ich aktuell keine Bilder machen kann, habe ich einfach welche gewählt, die schön sind. Und wer bisschen genauer hinliest, sieht auch, dass sie passen 😉